Leo Bours, 19, Auszubildender bei LEMKEN GmbH & Co. KG, hat Großes geleistet – und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Sein Weg führte ihn über ein Praktikum zur Ausbildung zum Industriemechaniker, und heute, kurz vor der Lossprechung Ende Januar 2026, blickt er auf eine lehrreiche, praxisnahe und erfolgreiche Ausbildungszeit zurück. Und auf gleich zwei Wettbewerbe, bei denen er gezeigt hat, was in ihm steckt: Jugend schweißt und Jugend forscht.
„Ich wollte anpacken – nicht nur Theorie.“
Ursprünglich stand für Leo das Abitur zur Diskussion – doch seine Begeisterung für Technik, Praxis und sichtbare Ergebnisse ließ ihn einen anderen Weg wählen. Bei LEMKEN, einem international erfolgreichen Unternehmen mit rund 2.000 Mitarbeitenden (davon 1.200 in Alpen), wird Ausbildung großgeschrieben: Etwa 65 Auszubildende durchlaufen derzeit ihre Lehrjahre, jährlich kommen rund 15 neue dazu – und Ausbildung findet hier immer für den eigenen Bedarf statt, mit dem klaren Ziel der Übernahme.
„Die Größe des Betriebs hat mich zuerst erschlagen“, gibt Leo offen zu. Doch die strukturierte Begleitung, der werksinterne Unterricht und der hohe Qualitätsanspruch der Ausbilder*innen sorgen schnell für Orientierung und Selbstvertrauen.
Vom Praktikum zur Wettbewerbsbühne
Sein Ausbilder Stefan Verheyen, seit über 10 Jahren im Unternehmen tätig, erkannte früh Leos Potenzial. Im zweiten Ausbildungsjahr kam Leo erstmals mit der Schweißtechnik in Berührung – besonders das MAG-Schweißen begeisterte ihn. „Zu wissen, dass ich selbst schweißtechnische Reparaturen durchführen kann, war für mich ein echter Aha-Moment.“
Das motivierte ihn zur Teilnahme an „Jugend schweißt“. Was als Gelegenheit begann, sich mit Gleichgesinnten zu messen, entwickelte sich zum Erfolgsweg: Leo qualifizierte sich über die Bezirks- und Landeswettbewerbe für den Bundeswettbewerb im Rahmen der SCHWEISSEN & SCHNEIDEN 2025 in Essen – und kämpfte sich dort bis zum 3. Platz im internationalen Wettbewerb vor.
Ein wichtiges Sprungbrett dafür war die gezielte Vorbereitung im SLV Bildungszentrum Wesel. Hier wurde Leo sowohl praktisch als auch theoretisch intensiv geschult – von der sauberen Nahtführung bis zum Fachwissen zu Werkstoffen und Verfahren. Er wurde an ein breites Spektrum schweißtechnischer Herausforderungen herangeführt, übte unter Wettbewerbsbedingungen und wurde auch im Theoriebereich eng begleitet und unterstützt.
„Als ich beim Wettbewerb ankam, hat mich die Größe der Veranstaltung zunächst richtig überwältigt. So viele starke Schweißerinnen und Schweißer – viele von ihnen arbeiteten sogar hauptberuflich in der Schweißtechnik“, erinnert sich Leo. „Ich hatte großen Respekt, aber auch Vertrauen in meine Ausbildung und in mich selbst. Ich wollte mich einbringen, mich austauschen und zeigen, was ich kann. Und genau dieser Glaube an mich hat mir den nötigen Schub gegeben.“
Besonders in Erinnerung bleibt ihm die Begegnung mit dem Jugend schweißt Partnerunternehmen 3M, das seine Leistung nicht nur lobte, sondern ihm auch einen hochwertigen Automatik-Schweißhelm überreichte.
Auch bei „Jugend forscht“ glänzte Leo
Zusammen mit einem Projektpartner entwickelte Leo eine Idee zur nachhaltigen Ausbringung von Mikroorganismen bei der Düngeraussaat. „Wir konnten forschen, testen, vergleichen – und dann unsere Ergebnisse metalltechnisch umsetzen. Das war ein riesiger Gewinn für uns beide und eine großartige Erfahrung.“
„Die Ausbildung bei Lemken hat mir gezeigt, wie viel möglich ist – wenn man gefördert wird und etwas bewegen will.“ Das Ausbildungskonzept bei Lemken setzt gezielt auf Abteilungsrotation, Selbstständigkeit, persönliche Ansprechpartner und Projektarbeit. Genau dieses Umfeld hat Leo genutzt – und damit gezeigt, was motivierte junge Menschen leisten können, wenn man sie lässt.