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Der Anfang
Jedes Ereignis hat seine Vorgeschichte, so auch die Gründung der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt SLV Berlin im Jahre 1927.
Mit der industriellen Herstellung von Azetylen aus Kalziumkarbid entsteht um die Jahrhundertwende 1900 schnell ein neues breites technisches Anwendungsfeld. Die vielseitigen Interessen der Hersteller und Anwender finden ihren Niederschlag in der Schaffung von Vereinen und Verbänden. Für die Entwicklung der Schweiß- und Schneidtechnik ist die Gründung des „Verband für Autogene Metallbearbeitung“ (VAM) durch Kautny von entscheidender Bedeutung. 

Nach dem ersten Weltkrieg wird die Frage nach einem Qualifikationsnachweis immer dringender. Dieses geschieht einmal vor dem Hintergrund eines gestiegenen Bedarfs, aber auch des sinnvollen Einsatzes geeigneter Kriegsversehrter. Die Überlegungen gehen bis zur Schaffung des Titels „Schlosser- und Schweißmeister“.

Kriegsvorbereitungen und Krieg
Im weiteren Verlauf wirkt sich die politische Entwicklung auch auf die SLV aus.
So werden wieder zunehmend Auswärtslehrgänge – bevorzugt im damaligen „Ost“-Deutschland – durchgeführt,  sowie geschlossene Lehrgänge für Heeresangehörige, u.a. ein spezieller Lehrgang für 74 Studienräte und Studenten mit dem Schwerpunkt Flugzeugbau. Die Schulung und Prüfung von Flugzeugschweißern lässt die SLV Berlin zu einem Erfahrungsträger in Sachen Aluminium werden. So ist es nicht verwunderlich, dass man bei Aluminium-Schweißproblemen die SLV Berlin zu Rate zieht.

Mit Kriegsbeginn erfolgt unverzüglich die Anerkennung als W-Betrieb, d.h. wehrwirtschaftlich wichtig. Verbunden ist damit die bevorzugte Belieferung mit Rohstoffen und Schonung der Personal-Ressourcen. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt nicht mehr bei den Standard-A- und E-Lehrgängen, sondern werkstoffspezifisch bei Leichtmetallen und Zink. Erstmalig werden auch 50 Frauen in mehrwöchigen Lehrgängen als Stahl- und Leichtmetallschweißerinnen für die Rüstungsindustrie geschult.

Ende des Krieges und Neubeginn
Bei Kriegsende 1945 zählt die SLV Berlin 49 Beschäftigte. Ein Großteil der Gebäudesubstanz und Einrichtungen wurde durch Kriegseinwirkungen zerstört.

Fachkompetentes Personal für einen Neubeginn stand zur Verfügung und so entschloss man sich, mit Aufräumungs- und Bauarbeiten bereits Mitte Mai 1945 zu beginnen und so lange auf Lohn- und Gehalt zu verzichten, bis der Wiederaufbau der Anstalt gesichert war. Diese Arbeiten waren Ende Juli soweit vollendet, dass die ersten (geldbringenden) Arbeiten für den Magistrat, die Industrie, das Handwerk und die Militärregierung übernommen werden konnten.

Prof. Dr. Rimarski als dem ehemaligen Vorsitzenden ist es zu verdanken, dass die beiden Vorgängerbetriebe in der Spreestraße (Charlottenburg; britischer Sektor) und Bennigsenstraße (Friedenau; amerikanischer Sektor), zur „Arbeitsgemeinschaft Schweißtechnik“ zusammengefasst werden und die behördliche Genehmigung zur Wiederaufnahme der Lehrgangstätigkeit erhalten.

Zwei Wege in Berlin
Politische Entscheidungen prägen die SLV
Das Jahr 1951 ist durch wirtschaftspolitische Entscheidungen gekennzeichnet: Im September des gleichen Jahres erhält Obering. Wilhelm Raidt, Abteilungsleiter im Amt für Technik und Prüfwesen, vom Magistrat Groß-Berlin (Ost-Teil der Stadt) den Auftrag, eine „Schweißtechnische Versuchs-, Prüf- und Lehranstalt“ zu gründen, um sich von der Ausbildungsstätte SLV in der Bennigsen-straße unabhängig zu machen. Obering. Raidt ist seit 1930 in der Schweißtechnik tätig und hat seine ersten praktischen Erfahrungen beim Stahlbau Beuchelt, Frankfurt/Oder erworben.
Eine Unterbringungsmöglichkeit für diese neue Einrichtung ergibt sich in einem Stahlblechbau-Betrieb in Adlershof. Der Name der Einrichtung ändert sich mehrfach, ist aber unter der Bezeichnung SVL (Schweißtechnische Versuchs- und Lehranstalt) in Fachkreisen geläufig. Die offizielle Eröffnung erfolgte am 10. Februar 1952. Des Weiteren erlässt am 29. November 1951 der Minister für Maschinenbau der DDR eine „Verordnung über die Errichtung des Zentralinstitutes für Schweißtechnik (ZIS)“ in Halle. Damit wird die SLV Halle in das ZIS überführt.
Ein Berlin - eine SLV
Viel Bewegung nach dem Mauerfall - feste Institution für die Schweiß- und Prüftechnik bis heute

Noch im November 1989 erreicht die ASB ein Brief des Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Schweißtechnik in der Bezirksfachsektion Maschinenbau der KDT Berlin, Dipl.-Ing. W. Schulz, mit der Bitte um Auskunft nach einem vergleichbaren Gesprächspartner. 

Das war natürlich die ASB mit ihrer SLV. Der Geschäftsführer und Leiter der SLV informiert am 06.12.1989 nach einer Sitzung des „ad-hoc“-Kreises telefonisch Herrn Schulz und lädt Vertreter des Arbeitsausschusses Schweißtechnik als Gäste zu einer außerordentlichen ASB-Vorstandssitzung am 09.02.90 ein.